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Chronik der Marine-Kameradschaft Heppenheim e.V.

Anfang der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts – ganz Deutschland liegt in Agonie, nur in einer kleinen Stadt an der Bergstraße, nur wenige Autokilometer von den Ballungszentren Rhein-Main und Rhein-Neckar entfernt, ist es anders, hier setzt man  auf Tradition und Fleiß.

Auf einer Seite die Rheinebene, auf der anderen der Odenwald mit seinen lieblichen Hängen und Tälern, den Weinbergen die diese Stadt einrahmen und dem über allem thronend Wahrzeichen der Stadt die „Starkenburg“. Das mit seinen schönen alten und liebevoll gepflegten Fachwerkhäusern, einem historischen Marktplatz und einem ebensolchem Rathaus mit Glockenspiel, der Liebig-Apotheke, dem Kurmainzer Amtshof mit Winzerkeller, das Volkskundemuseum, der wunderschöne Dom und dem Erholungsgebiet „Bruchsee“ geben dem Wort „Heimat“ wieder einen guten Klang. Und natürlich der Wein! Unter Kennern hoch geschätzt, doch außerhalb nur schwer zu bekommen. Nach ein paar Viertelchen dieses Gottesgeschenks, ist man wieder jung, gesund und rundum zufrieden. Die Rede ist von Heppenheim. Und doch gab und gibt es hier Menschen, deren ungebrochene Liebe zum Meer und zur Seefahrt sie in die Ferne trieb.

Deshalb möchten wir hier von unserer Marinekameradschaft von Anfang an berichten: die Gründung erfolgte 1932 und nannte sich damals Marine-Verein Heppenheim. Leider ist ein Gründungsprotokoll, sowie sonstige Unterlagen, die über die Gründung des Vereins genaue Auskunft geben könnten, auch durch die Wirren eines Weltkrieges, nicht mehr auffindbar. So ist die Vereinsgeschichte bis zur Wiederbelebung und Neugründung im Jahre 1959 nur durch mündliche Überlieferungen festgehalten worden. Vor der offiziellen Gründung, die in der Wirtschaft „Zur Harmonie“ in der Wilhelmstraße, damaliger Pächter Kamerad Breuer, fand man sich mit einigen Kameraden ungezwungen bei einem Glas Wein zusammen, wobei der Keim zur Gründung eines Marine-Vereins Heppenheim gelegt wurde.Auch im Hause des Kameraden Katzenmaier, späteres Weinlokal in der Wilhelmstraße, fand vor der Gründung manche Sitzung im kleinen Kreis statt. Doch der Kreis der Kameraden und Interessenten an einem Zusammenschluss wurde mit der Zeit immer größer. Der gefasste Plan einer Vereinsgrün-dung konnte nun durchgeführt werden. Durch Verbindung mit den Kameraden des seit 1913 bestehenden Marine-Vereins Weinheim, die eine Abordnung entsandten, kam die Gründung zustande.Als 1. Vorsitzender wurde Kamerad Katzenmaier einstimmig gewählt, der das Vereinsschiff bis zum Ende des zweiten Weltkrieges steuerte. Dem Verein traten innerhalb weniger Monate nach der Gründung fast alle in Heppenheim und Umgebung wohnenden Kameraden bei, Gediente der Kaiserlichen Marine, der Reichsmarine und Fahrensleute der Handelsmarine. So zählte der Verein bei Ausbruch des zweiten Weltkrieges 25 Mitglieder.Ab 1933 gehörte auch noch eine Jugendgruppe dem Verein an, die 18 Jungen dieser Untergruppierung wurden vom Kameraden Wohlfart betreut und geführt.Im Jahre 1936 nach nur 4 Jahren fand das erste im größeren Rahmen durchgeführte Labskausessen statt. Es wurde im Kath.-Vereinshaus (damaliger Pächter Kamerad Peska) ausgerichtet und es fand nicht nur bei der Heppenheimer Bevölkerung sehr großen Anklang.

Die Mitglieder vor 1939 waren die Kameraden Fritz Betz, Eduard Breuer, Franz Gärtner, Johann Katzenmaier, Freih. von Kettelholdt, Wilhelm Koch, Nikolaus Laumann, Leonhard Leibfried, Maier (Vize-Admiral), Heinrich Metzendorf, Philipp Müller, Georg Neher, Johann Passet, Clemens Peska, Martin Petermann, Philipp Rodenheber, Jakob Rödel, Christian Sauer, Fritz Schmehl, Schmitt, Wilhelm Schneider, Ferdinand Vock, Wattendorf, Fritz Weber und Jakob Wohlfart (leider sind nicht mehr alle Vornamen bekannt). Die Namen der Jugendgruppe sind überhaupt nicht mehr auffindbar.

Ab 1939 begann eine traurige Zeit für die Marinekameradschaft Heppenheim, viele der Kameraden wurden zu den Waffen gerufen, so dass die Vereinstätigkeit während des Krieges völlig ruhte. Auch die Jugendgruppe überlebte den Krieg nicht, waren doch alle nacheinander „Wehrtauglich“ geworden.

1945 wurde der Verein, wie überall im Reichsgebiet, von den Besatzungsmächten aufgelöst. Vermögen, Inventar an Traditionsstücken und sonstige Unterlagen gingen im Trubel der damaligen Zeit unauffindbar verloren. Nur eine von Kamerad Vock angefertigte Fahnenspitze überlebte. Sie ziert noch heute die neue Vereinfahne. Wie bei der Gründung 1932, fanden sich auch nach dem zweiten Weltkrieg wieder Kameraden zusammen, die den Mut hatten, einen neuen Marine Verein ins Leben zu rufen. Nach wiederholtem Anlauf gelang dies aber erst im Jahre 1959. Auch diesmal waren die Weinheimer mit einigen Kameraden dabei. Die erste Versammlung zur Neugründung fand bei Kamerad Heinz Tins im „Darmstädter Hof“ statt. Man wählte als Datum der Erneuten Gründung den 17. Juli 1959.

Die 14 anwesenden Gründungs-Kameraden waren Philipp Büchler, Franz Daum, Karl Eck, Ludwig Edmeier, Josef Fuhrmann, Wilhelm Koch, Albert Koob, Walter Mink, Hans Neuthinger, Clemens Peska, Martin Petermann, Hermann Schneider, Karl Schuster und Günther Siebold. Doch diesmal nannte man sich nicht Marine Verein, sondern Marinekameradschaft Heppenheim und wählte Günther Siebold zum 1. Vorsitzenden. Günther Siebold, als damaliger Kapitän auf der Brücke, verstand es umsichtig, unser Vereinsschiff um alle Klippen zu führen und der Kameradschaft eine gute Entwicklung zu garantieren. Freundschaftliche Beziehungen zu den Kameraden in Lorsch, Weinheim und Darmstadt wurden geknüpft und gepflegt. Aus dem neuen Anfang heraus entwickelte sich im Laufe der Jahre eine starke Marinekameradschaft in Heppenheim, zu der nun auch nach 1960 die jungen Seeleute der Bundesmarine kamen.

Am 1.1.1962 schloss man sich dem DMB (Deutscher Marine Bund) an, dem man schon vor 1945 angehörte. Im selben Jahr wurde die MK auch Förderndes Mitglied bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).

Am 19. Und 20.06.1965 fand die Flaggenweihe durch Admiral Kranke statt. Besonders ist hier zu erwähnen, dass die neue Fahne von den Frauen der Kameraden gestiftet wurde.

Am 28.02.1966 wurde erneut eine Marine-Jugend-Gruppe gegründet. In ihr waren bereits wieder 16 Jungs aktiv. Doch musste bereits nach 5 Jahren die Gruppe leider wegen Fehlens eines geeigneten Heimes wieder aufgelöst werden. Ostern 1967 wurde auf Anregung der Marinekameradschaft Heppenheim eine Fahrt nach Laboe durchgeführt. Kameraden und Frauen der Kameradschaften Darmstadt, Lorsch, Wein-heim, Lampertheim, Viernheim und Heppenheim nahmen daran teil.

Vom 7. bis 11.6.1967 hatte die Mariekameradschaft das Landesverbandstreffen des DMB in den eigenen Mauern, verbunden mit einer Modellschau der Kameradschaft und dem Verband Deutscher Reeder. Während dieser Tage war auf dem Graben die Ausstellung „Unsere Marine“ (damals noch Bundesmarine) zu sehen.

1969 fand das erste „Bruchseefest“ statt, das damals noch mit tatkräftiger Unterstützung der Brückenpioniere der Bundeswehr aus Auerbach und zusammen mit dem Wassersport Verein Bergstraße gestaltet wurde. Auch dies war für Heppenheim ein ganz neues Erlebnis.
Nach dem all zu frühen Tod des 1. Vorsitzenden, Günther Siebold, übernahm der damalige 2. Vorsitzende Kamerad Hans Knapp das Ruder in die Hand. Unter seiner Leitung wurde im Jahre 1972 das 40-jährige Jubiläum im „Halben Mond“ festlich begangen. In seine Zeit fiel auch das zweite Bruchseefest, das diesmal für die Veranstalter und seine Besucher wieder ein Glanzpunkt im Heppenheimer Vereinsleben war. In dieser Zeit erwarb auch die Kameradschaft am Bruchsee von der Stadt ein Stück Land, auf dem zu gegebener Zeit ein Bootshaus mit Heim errichtet werden sollte.
Ebenfalls unter dem Vorsitz von Hans Knapp wurde auf dem Gericht in Bensheim die Marine-Kameradschaft als „e.V.“ (Vereinsregister) eingetragen.
Am 15.01.1972 bei der Generalversammlung gab der 1. Vorsitzende Hans Knapp den Vorsitz aus gesundheitlichen Gründen ab. Neuer Vereinsführer wurde Hans Neuthinger aus Weinheim. Kamerad Neuthinger war nicht nur in der Zeit 1972-1974 Vorsitzender der MK Heppenheim, sondern zeichnete als Chronist seit der Neugründung die Ereignisse in der Kameradschaft auf und legte mit seinen sehr schönen und künstlerisch gestalteten Seiten den Grundstock der Vereins-Chronik. Diese wurde auch danach über all die Jahre fortgeführt. So entstand ein sehr, sehr dickes Buch von hohem künstle-rischem und historischem Wert. Bei der Generalversammlung am 23.03.1974 gab Hans Neuthinger ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz ab und ging in den Ruhestand.

Zum neuen Vorsitzenden wurde Herbert Vettel gewählt, Hans Knapp wurde stellvertretender Vorsitzender. Zwei Jahre später, bei der Generalsversammlung am 17.01.1976 wurde der damalige Jugendleiter Ernst Wolfrum nach dem Rücktritt von Hans Knapp zum 2. Vorsitzenden und Stellvertreter von Herbert Vettel gewählt.

Seit dieser Zeit standen Kapitän Herbert Vettel und sein 1. WO Ernst Wolfrum auf der Brücke unseres Vereins. So manche Klippe musste umschifft werden, es gab Rückschläge aber auch große Erfolge und die waren in der Überzahl. Am 19. Januar 2008 übergab Herbert Vettel, nach 34 Jahren und Ernst Wolfrum nach 32 Jahren das Kommando in „jüngere Hände“ und Musterten aus eigenem Endschluss ab. Dem neuen Vorstand unter Vorsitz von Kurt J. Nüchem stehen beide immer noch zur hilfreich zur Seite.

Bei dieser Rückbetrachtung der Entwicklung der MK Heppenheim darf natürlich die Erwähnung unseres ehemaligen Vereinslokals Sickinger Hof, „MS Sickingen“ genannt, nicht fehlen. Welch herrliche, unterhaltsame Kameradschaftsabende konnten wir dort feiern. Zur Erinnerung: Fastnachtstreiben, Fischessen, nachdenklich machende Weihnachtsfeiern mit unserem unvergesslichen Kameraden Marinepfarrer Horst Krebs.

Wenn wir das Vereinslokal erwähnen, wäre es eine große Unterlassungssünde zwei Namen zu vergessen, die mit diesem Lokal und mit der MK Heppenheim untrennbar verbunden waren und noch sind: Ilse und Werner Klink. Diesen beiden galt und gilt nochmals unser aller herzlichster Dank!

Aber nicht nur mit Veranstaltungen versuchten wir uns in der Vergangenheit bei der Bevölkerung darzustellen. Am Bruchsee hat die Marinekameradschaft schon vor vielen Jahren einen Platz maritim gestaltet, um den uns viele Städte beneiden. Auf eigenem Grund und Boden wurde am 7.11.1979 ein Anker aufgestellt, der im 1. Weltkrieg Teil einer U-Bootsperre in der Kieler Förde war. Dieser Anker wurde aufwendig restauriert und auf einer schön gestalteten Windrose abgelegt. Ein Baum- und Blumen-Rondell wird durch eine Ankerkette abgegrenzt. Eine Steinplatte mit den Daten des Ankers bildet den Abschluss. Dieser Anker soll Besucher, Gäste und Einheimische in Heppenheim daran erinnern, dass der Seegedanke auch im Binnenland von großer Bedeutung ist.

Eine weitere Veranstaltung, die sich im Laufe der Jahre zu einer immensen Größe entwickelte, die man in den kühnsten Träumen nicht erwarten konnte, darf hier natürlich auch nicht vergessen werden. Das traditionelle Labskausessen. Es begann in einem eher als bescheiden zu nennenden Rahmen im damaligen „Vereinshaus“.
Später dann die Erweiterung des „ Maritimen Festessens“ mit Großkessel im Hotel „Halber Mond“. Dann ging es noch größer weiter nach Hambach in die Schlossberghalle bis hin zum „Superlabskaus“ an Bord der „M.S. Erbach“ in der Mehrzweckhalle.

Bei den letzten Veranstaltungen des Labskausessen konnte die MK Heppenheim bis zu 950 Gäste begrüßen. Leider ist die MK Heppenheim seit einigen Jahren gezwungen, auf diese Traditionsveranstaltung zu verzichten, da leider keine Möglichkeit der Zubereitung, noch entsprechende Lokalitäten für dieses Seemannsessen in Heppenheim zur Verfügung stehen. Die Marinekameradschaft Heppen-heim arbeitet aber nach wie vor an einer Neubelebung dieses herrlichen Marinebrauchs.

Eine Partnerschaft mit der PUO-Messe der Fregatte „Augsburg“, bestand seit 1987 und wurde in jedem Jahr durch Besuche und Gegenbesuche bestärkt. Leider konnte diese Verbindung nicht fortgesetzt werden, da die alte Crew der PUO`s von Bord, bzw. in den Ruhestand ging. Die heutige PUO-Messe der Fregatte „Augsburg“ zeigte, auch  bedingt durch die verstärkten Auslandseinsätze, leider kein Interesse diese alte Partnerschaft aufrecht zu erhalten. Mit dem letzten Besuch zur 15-Jahr-Feier der Fregatte vom 1.-3. Oktober 2004 erlosch diese Verbindung.

Eine Partnerschaft zwischen dem MPUO Korps - Wilhelmshaven und der MK Heppenheim besteht jedoch bis zu heutigen Tag fort (sind ein Teil der Akteure doch jene PUO`s der alten Crew der „Augsburg). Zum 75. Jubiläum 2007 wurde diese Partnerschaft urkundlich besiegelt.

Eine freundschaftliche und kameradschaftliche Verbindung mit dem Shanty Chor „Kliffkieker“ aus Herford besteht ebenfalls schon sehr lange. Auch hier gibt es Besuche z.B. bei Konzerten und Gegenbesuche, wie z.B. beim Heppenheimer Weinfest 2006 oder zur 75. Jubiläumsfeier 2007. Oder zuletzt beim Gegenbesuch im März 2008 zum 10 jährigen bestehen der Kliffkieker. Hier waren fast alle Mitglieder der MK Heppenheim in Herford um bei dem Jubiläum mit zu feiern.

Seit dem Jahre 2000 fand auch wieder das „Bruchseefest“ statt und erfreut sich großer Beliebtheit in der Region. Eine Ausnahme war das Jahr 2004. Wegen des Hessentags in Heppenheim verzichtete die MK Heppenheim auf ihr Bruchseefest. Doch 2006 Jahr wurde wieder ein „Bruchseefest“ hinter dem Anker veranstaltet. Ab 2007 gab es eine neue Attraktion auf dem alljährlichen Bruchseefest.  Die „Wikinger kommen“ heißt es seit dieser Zeit. So hat sich auch hier über die Jahre ein freundschaftliches Miteinander entwickelt.

So könnte man Seiten lang fortfahren, doch kommen wir nun langsam zum Schluss. Ein lebendig gestaltetes Vereinsleben, angefangen beim Neujahrsempfang über Faschingsveranstaltung, Grillfeste, Ausflüge, Fischessen usw, es ist immer was los bei der Marinekameradschaft Heppenheim, und dies ist vor allen Dingen der tatkräftigen Unterstützung der aktiven Mitglieder zu danken.

An dieser Stelle gilt es, auch ein besonderes Lob unseren Frauen auszusprechen. Sie erwiesen und erweisen sich immer wieder als sehr fleißige, rührig und vor allem einfallsreich Helfer ihrer „Seemänner“ Ihnen gilt ein ganz besonderer Dank!

Der Gedanke der Kameradschaft, wie sie nur an Bord eines Schiffes entstehen kann, das erlernte und erfahrene weiter zu geben, ist unser Ziel jeder der sich auf die eine oder andere Art dem Maritimen Gedanken verbunden fühlt, ob Fahrensmann oder Landratte, ist uns herzlich willkommen. Doch sollten wir auch nicht vergessen denen zu Helfen die unserer Hilfe bedürfen, so wie es eines jeden Seemanns Pflicht ist.
                                                                                                                                                                                                            Heppenheim den 10.12. 2009

Navigare necesse est

Du Wind musst wehen, du Sonne musst lachen,
du Wasser musst blinken, auf dass die Freude in
Klaus Störtebekers Herz komme und er die Fahrt
lieb gewinne,auf dass er ein Fahrensmann werde!
Dass er sich dem Kampf mit der See zuschwöre,
wie der Knabe Hannibal dem Kampf mit Rom !

Denn navigare necesse est – Seefahrt ist not ...!

Gorch Fock 

 
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